Die Mär´ von
der wundersamen Biervermehrung
Liebe
Leut, die folgende Geschichte erzählt euch von einer kleinen Gruppe
Brandbekämpfer, welche sich zu einer gemütlichen Brotzeit zusammenfanden.
Als im Verlauf des Abends das Bier nicht weniger wurde, der Schaum in den Gläsern
allerdings schon, wurde man stutzig.
Doch lest selbst was sich an diesem Abend zugtragen hat:
Es war einmal in einem beschaulichen
Örtchen namens Diespeck, wo sich diese Geschichte zugetragen hat. In diesem
Ort gibt es eine Vereinigung engagierter Männer und Frauen, deren Ziel es
ist, Menschen in Not zu helfen. Um dies auch sicher und schnell durchführen
zu können ist regelmässiges Üben unerlässlich. Ein Teil dieser Tätigkeiten
fordert eine spezielle Ausbildung und auch spezielle Übungen, welche nicht
in unserem Ort abgehalten werden, sondern in einer Kurstadt in unserem
Landkreis. Dorthin fahren diese wackeren Kameraden ein bis zweimal im Jahr
in kleinen Gruppen um zu Üben.
Eine dieser kleinen Gruppen begann vor langer
Zeit diese anstrengenden Übungsabende mit einer Brotzeit ausklingen zu
lassen. An dieser Brotzeit fanden die Teilnehmer soviel Freude, dass sie
beschlossen sich auch ohne vorhergehende Übung mal zu treffen und gemütlich
zusammen zu sitzen. Dies ist bis heute so geblieben. Das kleine Grüppchen
von damals ist mittlerweile zu einer stattlichen Gruppe gewachsen, weil
einige Herren schon ein reiferes Alter erreicht haben und deswegen nicht
mehr Aktiv an besagten Übungen teilnehmen dürfen. So rückte Generation um
Generation in diese Gruppe nach, und die älteren sind geblieben.
So
traf sich diese Gruppe auch in diesem Frühjahr einmal um bei einer leckeren
Vesper im Garten ihres ehemaligen Chefs (mittlerweile auch in Brandbekämpfer-Rente)
einen gemütlichen Abend zu verbringen. Natürlich gehört zu einer anständigen
Brotzeit auch ein Schluck Bier, und der schmeckt erfahrungsgemäß frisch
vom Faß am besten. Da allerdings die Sonne damit drohte, den Gerstensaft
auf eine ungeniessbare Temperatur zu treiben, liesen sich die findigen Männer
und Frauen etwas einfallen. Man beschloss, das Faß mit
frischem klarem Wasser zu kühlen, was zunächst auch gelang.
Die Zeit schritt voran, man aß und trank und
war fröhlich, bis…. Ja, bis plötzlich in den Krügen keinerlei Schaum
mehr war. So machte man sich auf die Suche nach dem Grund für das
„glotzende“ Bier. Glücklicherweise befand sich unter den Gästen auch
der amtierende Brandbekämpfer-Chef, welcher mit geschultem Blick die
Fehlersuche aufnahm. Merkwürdig kam ihm das schon vor…. Den ganzen Abend
aus dem Faß getrunken, aber es fühlt sich immer noch randvoll an…. Auch
die satte Goldgelbe Farbe des Hopfenblütentees war mittlerweile verblasst,
man hatte fast den Eindruck aus dem Faß kommt saueres Radler.
Als ein entsetzter Aufschrei aus Richtung des
Fasses kam, hatte er schließlich die Ursache des übels gefunden: Das Faß
wurde nunmehr nicht nur von aussen gekühlt, nein, die Kühlflüssigkeit
hatte sich durch den geöffneten Lufthahn ihren Weg ins innere des Fasses
gebahnt, und sich dort mit dem Bier zu einer im Volksmund sogenannten „daaben Brieh“ vereinigt.

Doch
glücklicherweise hatte die Truppe noch ein original verpacktes Gebinde in
petto, welches sogleich angezapft wurde. Und siehe da: Das Getränk kam in
gewohnt guter Qualität aus dem Hahn, und der Abend konnte gemütlich
ausklingen. Wie sie allerdings dem Hersteller des Gebräus erklärt haben
warum sie ein volles Fass zurückbringen, blieb ihr Geheimniss.
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