Kerwa Zeitung 2007 der Ortsburschen Diespeck
 
 

Die Mär´ von der wundersamen Biervermehrung

Liebe Leut, die folgende Geschichte erzählt euch von einer kleinen Gruppe Brandbekämpfer, welche sich zu einer gemütlichen Brotzeit zusammenfanden. Als im Verlauf des Abends das Bier nicht weniger wurde, der Schaum in den Gläsern allerdings schon, wurde man stutzig.
Doch lest selbst was sich an diesem Abend zugtragen hat:

Es war einmal in einem beschaulichen Örtchen namens Diespeck, wo sich diese Geschichte zugetragen hat. In diesem Ort gibt es eine Vereinigung engagierter Männer und Frauen, deren Ziel es ist, Menschen in Not zu helfen. Um dies auch sicher und schnell durchführen zu können ist regelmässiges Üben unerlässlich. Ein Teil dieser Tätigkeiten fordert eine spezielle Ausbildung und auch spezielle Übungen, welche nicht in unserem Ort abgehalten werden, sondern in einer Kurstadt in unserem Landkreis. Dorthin fahren diese wackeren Kameraden ein bis zweimal im Jahr in kleinen Gruppen um zu Üben.

Eine dieser kleinen Gruppen begann vor langer Zeit diese anstrengenden Übungsabende mit einer Brotzeit ausklingen zu lassen. An dieser Brotzeit fanden die Teilnehmer soviel Freude, dass sie beschlossen sich auch ohne vorhergehende Übung mal zu treffen und gemütlich zusammen zu sitzen. Dies ist bis heute so geblieben. Das kleine Grüppchen von damals ist mittlerweile zu einer stattlichen Gruppe gewachsen, weil einige Herren schon ein reiferes Alter erreicht haben und deswegen nicht mehr Aktiv an besagten Übungen teilnehmen dürfen. So rückte Generation um Generation in diese Gruppe nach, und die älteren sind geblieben.

So traf sich diese Gruppe auch in diesem Frühjahr einmal um bei einer leckeren Vesper im Garten ihres ehemaligen Chefs (mittlerweile auch in Brandbekämpfer-Rente) einen gemütlichen Abend zu verbringen. Natürlich gehört zu einer anständigen Brotzeit auch ein Schluck Bier, und der schmeckt erfahrungsgemäß frisch vom Faß am besten. Da allerdings die Sonne damit drohte, den Gerstensaft auf eine ungeniessbare Temperatur zu treiben, liesen sich die findigen Männer und Frauen etwas einfallen. Man beschloss, das Faß mit  frischem klarem Wasser zu kühlen, was zunächst auch gelang.

Die Zeit schritt voran, man aß und trank und war fröhlich, bis…. Ja, bis plötzlich in den Krügen keinerlei Schaum mehr war. So machte man sich auf die Suche nach dem Grund für das „glotzende“ Bier. Glücklicherweise befand sich unter den Gästen auch der amtierende Brandbekämpfer-Chef, welcher mit geschultem Blick die Fehlersuche aufnahm. Merkwürdig kam ihm das schon vor…. Den ganzen Abend aus dem Faß getrunken, aber es fühlt sich immer noch randvoll an…. Auch die satte Goldgelbe Farbe des Hopfenblütentees war mittlerweile verblasst, man hatte fast den Eindruck aus dem Faß kommt saueres Radler.  

Als ein entsetzter Aufschrei aus Richtung des Fasses kam, hatte er schließlich die Ursache des übels gefunden: Das Faß wurde nunmehr nicht nur von aussen gekühlt, nein, die Kühlflüssigkeit hatte sich durch den geöffneten Lufthahn ihren Weg ins innere des Fasses gebahnt, und sich dort mit dem Bier zu einer im Volksmund sogenannten  „daaben Brieh“ vereinigt.


Doch glücklicherweise hatte die Truppe noch ein original verpacktes Gebinde in petto, welches sogleich angezapft wurde. Und siehe da: Das Getränk kam in gewohnt guter Qualität aus dem Hahn, und der Abend konnte gemütlich ausklingen. Wie sie allerdings dem Hersteller des Gebräus erklärt haben warum sie ein volles Fass zurückbringen, blieb ihr Geheimniss.

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